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 Die Nacht hat viele Gesichter (Kapitel 1 - 6) Nächstes Thema anzeigen
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Lucifire
Legende
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Anmeldungsdatum: 18.04.2006
Beiträge: 2047
Wohnort: Wien, 13.; Auenland; oder auf der dunklen Seite der Macht

BeitragVerfasst am: 10.05.2006, 11:58 Antworten mit ZitatNach oben

Die Nacht hat viele Gesichter

Prolog und Widmungen:
Wir wissen, oder glauben zu wissen, dass es noch etwas anderes da draußen gibt. Etwas Abstraktes, das sich im Laufe der Zeit in das Gehirn und in die Geschichten der Menschen eingeprägt hat. Ich spreche hier von Wesen wie Vampiren, Werwölfen, Dämonen, Feen, Kobolde und viele mehr.
Sind diese Phantasien wirklich nur ausgedacht? Sind sie aus dem täglichen Leben geholt?
Nun, ist nicht jedes Dasein irgendwie vampirisch oder animalisch?
Man nehme nur einmal die Menschheit her, stelle sich vor in einer belebten Straße zu stehen.
An einer Ecke steht ein Mädchen, eine Nutte um genau zu sein, auf dem ein junger gutaussehender Kerl zugeht und nach einem kurzen vertraulichen Gespräch verschwinden sie in der Seitengasse um nach ca. einer halben Stunde wieder zu erscheinen und um das Geschäft abzuschließen.
Nun nimmt das hübsche, aber zu sehr geschminktes, Mädchen das Geld des jungen Mannes, der darauf gleich in den U-Bahn-Abgang verschwindet. Ihr fragt euch sicher, was daran vampirisch sein sollte. Nun, alleine die Tatsache, dass die Dame einen jeden Kerl etwas bietet und dafür aber Tribut verlangt, in Form von Geld. Andererseits begnügt sich dieses Individuum dann mit ihr. Wie siehts in ihr aus? Saugt dieses „Geschäft“ denn nicht auch etwas von ihr? Gefühle? Lebenslust? Lebenskraft?
Denkt mal genauer drüber nach und fragt euch, ob nicht jedes Dasein vampirisch ist.

Ich widme diese Geschichte vor allem meine geliebte Misery, die mich inspiriert hat und mir ein ganz besonderer Mensch ist. Mensch? Nein, du bist kein Mensch, Süße...

Kapitel 1

Langsam erwacht er zwischen Kartons und Altpapier. Er liegt nackt und verwirrt zwischen ein paar Papiertonnen und fragt sich, was denn diese Nacht schon wieder passiert sei.
Mit einem Seufzen und Stöhnen versuchte er sich aufzusetzen um erstmals richtig wach zu werden.
Die Bewegungen schmerzten nur zu sehr und er verzog das Gesicht als hätte er in eine Zitrone gebissen. Als der Schmerz nun allmählich nachließ, machte er langsam die Augen auf und rieb sich diese danach gleich. „Wo bin ich?“ fragte er sich, „...was ist diese Nacht bloß geschehen?“
Noch nie zuvor in seinem langen Leben, um genauer zu sein in seinen ganzen Jahrzehnten und Jahrhunderten, war ihm passiert, dass er sich nur kaum an etwas erinnern konnte oder an gar nichts. Er betrachtete seinen, noch leicht behaarten Körper und sah jetzt erst wie zugerichtet er war.
Überall auf seinem Körper waren Kratzspuren, Abschürfungen und vor allem Bisse. Woher kamen diese Bisse? Welches Geschöpf hatte nur solche Zähne? Ganz klar, er hatte es letzte Nacht mit einem Vampir zu tun, der ganz anders als die anderen war. Er konnte sich nur noch an diese blauen Augen erinnern die eine rote Aura oder Korona besessen hatten.
Nun erkannte er das Ausmaß, das ihm widerfahren ist. Er musste sich so schnell als möglich irgendwohin verziehen, wo es dunkel war, denn jetzt war er „infiziert“ mit diesem sonderbaren Fluch oder Segen der Vampire, die ein ähnliches Dasein wie das seine lebten. Lebten? Sie sind doch tot. Und es gibt noch weitere Untote die ein ähnliches Untotsein führten, jedoch hatten diese es im gegensatz zu Werwölfen und Vampiren sehr leicht, da sie aufgrund ihrer Verwandlung an und für sich strohdumm sind und nur die, die diese Verwandlung am ehesten widerstanden, konnten ihnen überlegen sein, waren aber noch immer keine Vampire, wurden aber von diesen teilweise erschaffen in dem sie ihnen entweder ihr Blut trinken ließen oder sie bis zum letzten Tropfen ausgesaugt hatten. Die Vampire nannten sie „Ghuls“ oder schlicht Untertan, die Werwölfe nannten sie Zombies oder „Stinker“, denn für die feine Nase eines Wolfes ist dieser Geruch bestialisch und lähmend.
Die Werwölfe wurden von den Vampiren liebevoll „Wolflinge“ genannt. Die Vampire waren in der Stadt die Obermacht unter den Nachtwesen. Es gab mehrere Familien und Clans, aber auch verschiedene Arten von Vampiren, genauso wie bei den Werwölfen. Und es gab Mischlinge, halb Vampir und halb Werwolf, eine der schlimmsten und gefährlichsten aber auch seltensten Wesen.
Werwolf wird man nur dann, wenn man als „würdig“ angesehen wird in einem Kampf gegen einen Werwolf. Ein Opfer dass ohnehin in der Angst vor dem Tod schon aufgab wurde ganz einfach aufgefressen.

Nun saß er da und überlegte, wohin er laufen sollte um dem heller werdenden Sonnenlicht zu entgehen und vor allem, wie er unbemerkt als Nackter dort hin laufen sollte.
Er sah sich um und sah nicht weit entfernt einen Kanaldeckel und hoffte wenigstens nicht von den Ratten gefressen zu werden wenn er als Nichtverwandelter da runter stieg.
Er hob den Deckel aus dem Boden und ein fauliger Geruch nach Exkrementen, Abwasser dampfte ihm entgegen und er musste unverzüglich die Nase rümpfen und hielt sich diese auch gleich zu um nicht sofort in Ohnmacht zu fallen.
Unten angelangt begab er sich auf die Suche nach einem halbwegs trockenen Platz.

Kapitel 2

In der dunklen Gasse kauerte das junge Mädchen mit den schwarzen, glatten Haaren und wimmerte vor sich hin. Ihre Gedanken rasten wild in ihrem Kopf herum. Das was sie diese Nacht auf dem Friedhof gesehen hatte, war das schrecklichste, das sie jemals gesehen hatte. Gab es Zombies wirklich? Sie dachte nach, ob sie sich in ihrem Rausch das nur eingebildet hat und dieses halbverwestes Wesen, das aus dem Grab auf dem sie sich gesetzt hatte, in Wirklichkeit nur eine Halluzination des Absinthrausches war.
Amy war ein Mädchen, nicht wie die Anderen die man in der Hochstufe auf dem Sankt Anna Gymnasium antraf. Es gab zwar ein paar dunklere Gestalten, aber Amy war dort die wahrhaftig dunkelste, denn sie hatte sich schon immer von den anderen abgehoben und sogar die Satanisten die heimlich auf den Friedhöfen ihre Rituale abhielten mieden ihre Anwesenheit.
Sie strahlte eine furchteinflößende aber gleichzeitig sehr reine Aura aus.

Als sie sich wieder gefangen hat und ihr Rausch merklich nachgelassen hat nach dem Schock, stand sie wieder auf und putzte sich den Staub von ihrem schwarzen Lolita Kleidchen und von ihren Knien.
Was sollte sie als nächstes tun? Einfach so nach Hause gehen wollte sie nicht. Dort wurde sie doch nur von ihrer depressiven Mutter angeheult und das hielt sie nicht mehr lange aus, denn auch sie litt unter dem Verlust ihres Vaters, der vor einem Jahr tot aufgefunden wurde und dessen Leiche im Leichenhaus spurlos verschwunden ist.
Man hat es von gerichtlicher Seite so abgetan, dass ein Leichenschänder sein Unwesen trieb.
Sie ging also los und blieb am Ende der Seitengasse stehen und beobachtete die nächtliche Straße auf der nicht mehr viel los war. Ein paar Leutchen, die wahrscheinlich von der Arbeit nach Hause gingen und ein paar Autos die alle paar Minuten die Straße runter rasten. Amy wartete nachdenklich und beobachtete die immer leerer werdende Straße, bis auf einmal die Ampeln auf Nachtmodus umschalteten und nur mehr dieses blinkende gelbe „Vorsicht!“ von sich gaben. Sie gähnte herzhaft und merkte, dass sie zu lange hier gestanden hatte und setzte ihren Weg irgendwohin die Straße entlang fort. „Soll ich jetzt nach Hause gehen?“ überlegte sie und entschloss sich noch die Nacht in den dunklen Straßen herum zu gehen.
Nach etlichen Straßenecken und Ampeln kam sie an einen ruhigeren Stadtteil an und schaute auf. Sie war bis jetzt total in Gedanken versunken und wusste nicht mal, wie weit oder wohin sie gegangen ist. Hier in dieser Straße, die zu einem kleinen Platz führen schien, war es sehr dunkel.
Die Laternen waren kaputt und nur ein paar wenige funkten und warfen kleine elektrische Blitze von sich. Hier war es außergewöhnlich ruhig und still. So eine Atmosphäre mochte Amy besonders, wenn es gruslig und beruhigend zu gleich war.
Der Platz war ruhig und machte etwa einen Dreiviertelkreis. In der Mitte war eine Art Pavillion oder Unterstand und an dem anderen Ende des Platzes in der Biegung war ein Haus italienischer Bauart. Der Platz wurde Umzäunt um das Gelände dahinter anzusperren. Bis aufs Haus, dem Brunnen und den Laternen war hier fast nichts außer ein paar Büschen und Bäumen und dem Zaun die den Straßenrand säumten.
Das restliche Gelände schien zum Haus zu gehören.
Amy lächelte unbesorgt und hatte den Schreck vom Friedhof schon fast beinahe vergessen.
Sie ging auf die Stufen des Pavillions zu und setzte sich auf die oberste und zündete sich eine Zigarette an.

Kapitel 3

Als es endlich dunkel zu sein schien, versuchte er die Leiter hochzuklettern und den Kanaldeckel anzuheben. Das war ein schwieriges Unterfangen, denn die Leiter war glitschig und der Deckel schwer. Aber dennoch schaffte er es mit deinen starken Händen. Zuerst hob er den Deckel an und lugte durch den Spalt hinaus. Nichts. Niemand war da. Nichtmal eine Straße oder Häuser. Nur Bäume. Es schien, als wäre mitten in einem Wald ein Kanaldeckel hingepflanzt zu sein. Er wartete ein paar Minuten und beobachtete die Umgebung, bis er schließlich den Deckel entgültig aufstieß und aus seinem Versteck sprang. Er war wieder ein Wolf. Ein Werwolf, aber mit menschlichen Zügen. Durch die unzähligen Verwandlungen mischten sich seine zwei Gestalten und er schien immer mehr ein einziges Wolfsmenschwesen zu sein. Er verwandelte sich in den letzten Jahren auch immer seltener bei Nacht. Vielmehr gab es so was wie einen Rhythmus in dem er mal mehr und mal weniger behaart war und seine Zähne blieben auch immer länger spitz und waren wirklich große Reißzähne. Der Vorteil an der Mischung war, dass er trotz der wolfähnlichen Gestalt reden konnte, was er anfangs als ganzes Wolfswesen nicht konnte. Er konnte so sogar aufrecht gehen.
Er schüttelte sich und putzte sich kurz den Dreck der Kanalisation ab bevor er sich die Gegend genauer ansah. Er konnte im Dunkeln sehr gut sehen, fast besser als am Tag mittlerweile.
Er leckte sich kurz über die Zähne und bemerkte, dass seine Eckzähne gewachsen waren. Anscheinend hat sein Körper bereits angefangen, vampirische Züge anzunehmen. Der Nachteil daran war nur der, dass er am Tag nicht mehr lange im Sonnenlicht ausharren durfte. Er könnte zwar aufgrund des Werwolfes in ihm, da er sich am Tag fast zurückverwandelte und auch am Tag sich seine Nahrung holen konnte.
Nur konnte er ohnehin nicht mehr am Tag auf den Straßen herumgehen ohne Aufsehen zu erregen, da er sich nicht mehr vollständig zum Menschen zurückverwandelte und nur mehr so ein hin und her war zwischen Mensch und Wolf.
Nach einem herzhaften Heuler machte er sich auf den Weg sich die Gegend genauer anzusehen und fand nach einigen Minuten ein Haus, mit einem italienischen oder griechischen Baustil, den er schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen hatte. Er ging aufs Haus zu und fand eine Tür, zu der eine kleine Treppe nach unten führte und einen Spalt offen stand, aber von dicken Grasbüscheln und Pflanzen überwuchert war. „Ein perfektes Versteck!“ sagte er leise knurrend zu sich und schlich nach unten und versuchte durch das Unkraut durch die Tür zu schlüpfen und ins Hausinnere zu gelangen.
Im Inneren dauerte es nicht lange, bis sein Nachtsehen sich verschärfte und er wie durch ein Nachtsichtgerät alles taghell sehen konnte und er begann, das Haus zu durchforsten.
Als er dann eine Treppe nach oben fand hörte er einen Schrei und ein Pochen an eine Tür von oben. „...das klang nach einem Mädchen...“ dachte er sich und bewegte sich schnell aber geschmeidig nach oben und riss die Tür auf, damit er nachsehen konnte was dort oben vor sich ging.

Kapitel 4

Amy saß seitlich auf der obersten Stufe und schaute zum sternenklaren Himmel auf und betrachtete die Sternenkonstellationen und dachte an ihren Vater. „Wo mag er wohl sein?“ dachte sie und stand dann auf und drehte sich um.
Als sie sich umdrehte, stand da etwas, oder jemand. Sie zuckte sofort zusammen und schaute von unten nach oben die Gestalt an und zitterte immer mehr, je mehr sie nach oben sah.
Die Gestalt war groß und schwarz gekleidet.
Als sie ins Gesicht des etwas größeren Mannes sah, riss sie die Augen auf.
Vor ihr stand ein blasser Mann, der einen Kopf oder sogar ein einhalb Köpfe größer war und blutunterlaufene aber trotzdem hellblaue Augen hatte. Er lächelte ernst.
„Na? Was macht denn so ein Mädchen in der Finsternis der Nacht ganz alleine hier?“ sagte der Typ ruhig, aber in seiner Stimme lag ein Hauch von Sarkasmus.
Sie bekam zuerst nicht aus ihrem Mund, bis sie schließlich doch noch zur Stimme kam.“Wieso willst ausgerechnet du das wissen? Wer bist du überhaupt und warum musst du mich so erschrecken?“ entfuhr es ihr empört. Ihre Mimik wurde sehr ernst und man könnte meinen das sie beinahe eine dämonische Ausstrahlung damit hatte.
„Nun, ich hab dich als erstes gefragt.“ spottete er und fing an in langsamen Schritten Amy zu umrunden.
Er trug einen schwarzen langen Mantel aus Baumwolle oder Samt und trug darunter ein rotes Hemd und eine schwarze Hose.
Amy war aber gebannt auf seinen Augen und obwohl sie sich wirklich sehr fürchtete, spürte sie eine gewisse Anziehung zu ihm.
„Ich...hm...ich bin des Öfteren bei Nacht unterwegs...“ stotterte sie überlegend, „ich mag es alleine zu sein und den Stress des Tages so abzubauen.“
Er grinste nur und man konnte meinen, er hätte längere Eckzähne als gewohnt.
„Und warum bist du gerade hier her gekommen, wo es doch in der Nacht `so` gefährlich ist!?“ sagte er und betonte das Wort spöttisch und breitete dabei die Arme ein wenig aus.
Sie sah ihn verstört an und machte keine Anstalten ihm ihre Arroganz zu zeigen. „Was geht DICH das eigentlich an? Du kennst mich doch überhaupt nicht...“ fuhr sie ihn an und verschränkte die Arme protestierend vor ihrer Brust, was ihre weiblichen Züge noch mehr hervorhob.
Er blickte kurz abgelenkt in ihrem Ausschnitt, schüttelte kurz den Kopf, so als hätte er einen Spritzer Wasser ins Gesicht bekommen. Sie lächelte fast unmerklich, als sie merkte, dass ihre „Waffen“ funktionieren zu schienen und zwickte die Augen zusammen um ihren ernsten Gesichtsausdruck zu betonen um das Zittern ihrer Angst zu verstecken.
„Wie ich sehe versuchst du stark zu sein. Mal sehen wie stark du wirklich bist!“
Mit diesen Worten packte der Kerl sie am Arm und riss sie herum, so dass sie mit dem Rücken an ihn gepresst war.
Geistesgegenwärtig, als hätte sie sich schon darauf vorbereitet, gab sie ihm einen kurzen Hieb mit dem Ellenbogen. Er krümmte sich kurz und lies locker, so dass sie sich aus seinen Armen befreien konnte, aber er packte sie wieder an der Schulter und krallte sich daran fest. Er hatte eigenartig lange Fingernägel, die fast schon als Krallen oder Klauen sein konnten. Der Schmerz durchfuhr ihre Schulter und die verzog gelähmt das Gesicht und stieß einen lauten gellenden Schrei aus. Nach einem Tritt nach hinten, der ihm vollends ins Gesicht getroffen hatte, lies er los und sie rannte Richtung Haus und hämmerte gegen die Tür, die schon morsch zu sein schien. Amy versuchte mit aller Kraft sich gegen die Tür zu werfen um sie aufzubrechen.
Als der Typ hinter ihr langsam näher kam nachdem er sich das Gesicht gerieben hatte schlug die Tür auf und Amy fiel im wahrsten Sinne des Wortes mit der Tür ins Haus.
Sie suchte verwirrt und hastig ein Versteck, vergebens, denn der unheimliche Kerl stand schon in der Tür und warf einen langen Schatten in den Raum.
Als Amy bemerkte, dass sie keine Chance mehr hatte, flüchtete sie in eine Ecke und dachte sich „Füchse sind in die Enge getrieben sehr gefährlich!“
Der dunkle Kerl kam langsam auf sie zu und streckte seine Arme nach ihr aus als wolle er sie am Hals packen. Kurz bevor er vor ihr war donnerte ein gewaltiger Brüller durch den Raum, der sogar sie alten Glasscheiben erzittern lies. Der Vampir blieb abrupt stehen und schluckte erstmals bevor er sich langsam umdrehte.
In der gegenüberliegenden Ecke im Fenster kauerte eine Gestalt.
Man konnte nur die Umrisse einer wolfsähnlichen Gestalt erkennen, diese war aber anders als ein Wolf. Größer, muskulöser und die Füße waren menschlicher Natur.
Die Augen glimmten und glühten rot ,von dort wo man einen Kopf erkennen vermochte, in ihre Richtung.

Kapitel 5

Er sah das Mädchen, das gegen die Tür hämmerte und beobachtete die Gestalt die am Pavillion aus in ihre Richtung stolperte. Er sah sofort dass es ein Vampir aus dem Hause Bavarillia war, die blutrünstigsten Vampire, aber auch eine der edlen Vampirfamilien der Stadt, die aber mit der Zeit nicht mehr so sehr auf Ehre aus waren als auf Blut. Als schließlich die Tür aufbrach und mit einem Krachen nach innen fiel, stolperte das Mädchen in den Raum und irrte in der Mitte des Raumes herum bis der Vampir in der Tür stand. Sie flüchtete ängstlich und sichtlich verstört in die Ecke gegenüber, sah den Werwolf aber nicht.
Er wartete bis der Vampir kurz vor ihr stand, dachte „Na, mal schauen, wie er reagiert, wenn er mich wieder sieht...“ und gab einen seiner besten Brüller von sich.
Der Vampir blieb stehen und zögerte, bevor er sich umdrehte.
Stille. Es war auf einmal beklemmend still im Raum und der Werwolf schaute grimmig dem Vampir in die Augen und fletschte die Zähne. Nach einer Minute voller Stille tappte der Wolf langsam mit seinem linken Fuss zuerst auf den Fußboden und stieg von seinem Platz herunter und stellte sich in voller Lebensgröße inmitten in den Raum und fing an zu knurren. „Nathan, was machst du hier? Hab ich dir nicht gesagt, ich will dich in diesem Teil der Stadt nicht mehr sehen?“ knurrte der Wolfsmensch ihn an und machte mit seiner rechten Klaue eine Geste die den Vampir zur Tür hinausweisen schien.
Der Vampir schluckte ein weiteres mal bevor er langsam anfing zu sprechen.
„Ich dachte du wärst erledigt!? Also hat dich Giovanni doch nicht besiegen können.“ schlussfolgerte der Vampir und fuhr fort, „Was hast du mit ihm gemacht? Ist er jetzt bei Tzamtzara*?“
Der Wolf überlegte und knurrte weiter: „Ich weiß weder wo diese Missgeburt von Vampir ist, noch weiß ich ob er noch existiert. Ich will jetzt, dass du dich langsam zur Tür bewegst und ohne Faxen. Eine falsche Bewegung und du bist...“ der Wolf räusperte sich kurz und grinste hämisch, „noch toter?“ er betonte es scherzend, blieb aber dennoch ernst.
Als Nathan Bavarillia sich vom Mädchen entfernt hat und in der Nähe der Tür war machte der Werwolf einen Satz über ihn hinweg und stand direkt vor dem Mädchen.
Er ging noch zwei Schritte auf den zitternden Vampir zu, der es mit der Angst zu tun bekam, weil er ein schwacher Vampir war und unbewaffnet war, und brüllte ihm noch einmal kräftig ins Gesicht und sagte: „Verschwinde!“
Der Vampir stolperte bei dem Brüller aus der Tür und hielt sich noch am Geländer fest, bis er schließlich die Flucht ergriff.

Nachdem der Vampir verschwunden ist drehte sich der Wolfling zu dem Mädchen um und musterte sie.
*Tzamtzara = bavarillianischer Gott

Kapitel 6

Amy war starr vor Angst. Sie wusste nicht genau, wie sie sich im Moment fühlte. Es war eine Mischung aus Furcht, Entsetzen, Erstaunen und Zweifel am eigenen Bewusstsein.
Sie traute sich kaum zu atmen bis der Wolf zu sprechen begann, auf das sie kurz zusammen zuckte.
„Du brauchst keine Angst zu haben vor mir. Ich bin nicht so wie DIESE Vampire!“ sagte er mit einer sonderbar ruhigen Stimme für einen Werwolf und deutete mit dem Kopf zur Tür und meinte damit den Bavarillia-Vampir, denn nicht alle Vampire waren blutrünstig und gemein.
Amy stockte kurz bis sie mit zitternder Stimme versuchte etwas zu sagen.
„Wa...was genau bist du?“
Der Wolf war einen Kopf größer als Amy und sah sehr stark aus. Er beugte sich ein wenig nach vor und wischte sanft mit seiner Pfote, die eher menschlich als animalisch aussah, eine Haarsträhne aus Amys Gesicht. Er versuchte mit seinem tierisch-menschlichen Gesicht freundlich dreinzuschauen und sagte: „Ich? Liest du keine Schauermärchen oder Gruselgeschichten?“
Amy kam sich in ihrer Angst jetzt verspottet vor. Sie, die als dunkelste Gestalt in ihrer Klasse und ihrer Schule galt, lehnte jetzt halb kauernd und vor Angst zitternd in der Ecke eines verlassenen Hauses und sprach mit einem Werwolf. Sie fasste sich selbst nicht und dachte, es sei nur ein Alptraum.
Nach einer Minute Blickkontakt erkannte sie, dass er ihr nicht böse gesinnt sei. Warum sie das so fühlte, wusste sie nicht, aber sie fühlte sich beschützt.
Er richtete sie auf, ging zur Tür, die halb aus den Angeln gerissen worden ist und versuchte sie gegen den Türstock zu lehnen.
Amy beobachtete ihn noch genauer bis sie es selbst glaubte, dass das alles real war.
Nachdem er die Tür aufgestellt hatte, blickte er noch mal zum Fenster raus und fragte schließlich nach ihrem Namen. Sie antwortete zaghaft und fragte nach seinem. Er machte eine verbeugende Geste und sagte: „Du kannst mich nennen wie du willst, wäre nur ein Name mehr nach so langer Zeit. Aber du kannst von mir aus auch Sabre zu mir sagen.“
Amy antwortete „Also bist du doch ein Werwolf.“ und streckte die Hand flach aus.
Der Wolf sah sie kurz an und legte sanft seine Pfotenhand auf ihre ausgestreckte Hand, sie im Gegensatz zu seiner sehr klein schien. Er schloss seine Hand und fühlte etwas, was er schon lange nicht mehr gefühlt hatte. Ein sonderbares, aber gutes Gefühl durchströmte seinen Arm, als wäre durch die Berührung seine Hand verzaubert. Er zuckte zurück und merkte, dass sie sich schnell beruhigt hatte.
„Nun, Amy...wie ich sehe hast du dich sehr schnell an mich gewöhnt. Das ist mir ungewohnt geworden...“ er unterbrach sich und sah an sich herab und meinte sich an etwas erinnern zu können, oder dass diese Begegnung nun ein Dejavú wäre.
Sie sah in seinen Augen Trauer und wunderte sich warum aus diesem freundlichen Wolfsgesicht plötzlich dieser traurige Hundeblick wurde.
Er schüttelte den Kopf und sagte zu ihr „Komm, lass uns erstmals einen Platz suchen, der sicherer ist als dieser hier.“ Und wandte sich in Richtung Hausinneres und ging langsamen Schrittes umherschauend zur Tür, die ins Hausinnere führte.

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und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum
bin ich mir noch nicht ganz sicher
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BeitragVerfasst am: 10.05.2006, 12:16 Antworten mit ZitatNach oben

...ich wollte den Wolf eigentlich den Vampir auseinanderreissen lassen, hab mich aber anders entschieden^^

Okay... so sehn mal Rage und Amy aus...^^

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Für Rage hab ich keine andere Möglichkeit gehabt, eine tierische Form zu machen...habs so animalisch wie möglich gemacht^^

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